1-Tagestour
Packrafting auf der Weißen Elster
Eine unbefahrene Tour von Zeitz nach Pegau
Von Zeitz nach Pegau vor den Toren Leipzigs geht es auf der weißen Elster zügig voran.
Als Leipziger Paddelfreund kennt man die weiße Elster sehr gut. Der Streckenabschnitt von Süden kommend am Cospudener See vorbei bis in den Leipziger Stadthafen, durch die wunderschöne Industriearchitektur, gehört sicher zu den von Freizeitpaddlern meistbefahrenen Abschnitten. Uns interessierte jedoch – wie sieht es vor den Toren Leipzigs auf der Weißen Elster aus? Hier beschreiben wir unsere Tour von Zeitz nach Pegau. Und wir sagen es gleich: Landschaftlich und vom Verlauf her wunderschön, naturnah, spritzig und reizvoll erwarten den Packrafter doch einige Herausforderungen von teils sehr flachen Abschnitten, unkomfortabel zu umtragenden Wehren und nicht vorhandener Beschilderung.
Inhaltsverzeichnis
Länge |
25 km, 4 – 5 Stunden |
Charakter |
natürlicher Flussverlauf mit guter Strömung und engen Kurven |
Schwierigkeit |
Nicht für Anfänger! Es müssen Hindernisse umfahren werden. Ein- und Ausstiege sind nicht markiert und sollten grob bekannt sein. Das Ein- und Aussteigen ist nicht immer einfach – manchmal steil und schlammig. |
Weiter Paddeln |
Ab Pegau geht es weiter nach Leipzig. Der letzte, etwa 3 Stunden-lange Abschnitt ab Knautkleeberg am Cospudener See bis hinein nach Leipzig ist einer der schönsten auf der Elster. |
Achtung |
Bei Niedrigwasser müssen ggf. einige Abschnitt wenige Meter umtragen werden. (Pegel bei unserer Befahrung: Zeitz 217 cm & Kleindalzig 67 cm) |
Von Zeitz nach Bornitz
Zeitz begrüßt den Packrafter wirklich sehr gut. Direkt vor dem Bahnhof fließt die Weiße Elster. Es geht über die Brücke links durch den Stadtpark bis zur etwa 300 Meter entfernten Einsetzstelle unter einer Steinbrücke. Einige verteilte Glassplitter sind beim Aufbau zu beachten.
Durch den Stadtpark in Zeitz geht es zur Einsetzstelle.
Einsetzen unter der Steinbrücke in Zeitz.
Natürlicher Flusslauf und flotte Strömung hinter Zeitz.
Dann geht es direkt mit ordentlich Strömung, aber sehr wenig Tiefgang, raus aus Zeitz. Aufmerksamkeit ist auf dem ersten Kilometer gefragt, da auch einige unschöne Elemente, wie beispielsweise ein Betonpfeiler im Flussbett liegen, die es zu umfahren gilt. Danach wird es aber direkt naturnäher und entspannter zum paddeln. Kurz vor dem ersten Wehr Trögitz nach circa 2,5 km befindet sich eine alte Eisenbahnbrücke, wo sich auch direkt links dahinter die beste Ausstiegsmöglichkeit befindet. Die idyllische und einfache Ausstiegsstelle links hinter der Eisenbahnbrücke Tröglitz bietet sich auch als Pausenplatz an.
Umgetragen wird durch einen schönen Birkenwald. Es gibt jedoch einige Himbeersträucher mit spitzen Dornen. Die Einsetzstelle ist ebenso einfach und befindet sich direkt hinter dem Wehr.
Diese Eisenbahnbrücke kündigt das erste Wehr Tröglitz an. Der Ausstieg ist direkt dahinter links.
Kurze Umtragestelle durch ein Birkenwäldchen
Gute Einsetzmöglichkeit direkt nach dem Wehr Tröglitz
Dann geht es weiter in weitestgehend offenem Gelände in Richtung Bornitz. Eine weitere Eisenbahnbrücke und dann eine Autobrücke werden durchpaddelt bevor das nächste Wehr – Wehr Bornitz – nach weiteren 2,5 km folgt. Der beste Ausstieg für das Packraft befindet sich direkt unter der Brücke links. Anschließend geht es etwa 300 m zu Fuß weiter zu einer netten hölzernen Fußgängerbrücke mit Blick auf den kommenden Abschnitt mit flotter Strömung. Sogar eine Bootsrutsche für Kajaks ist vorhanden.
Naturnaher Verlauf in flachem Wasser in Richtung Bornitz
Einfacher Ausstieg unter der Autobrücke bei Bornitz
Blick von der Fußgängerbrücke Bornitz auf den kommenden, flachen und strömungsreichen Abschnitt.
Von Bornitz zum Schützen-Wehr und dem Wehr Profen
Ist das Wehr Bornitz geschafft, folgen 12 km ohne Umtragen und reinster Paddelgenuss. Die Weiße Elster mäandert traumhaft in engen Kurven, mal mit viel, mal mit wenig Strömung durch die Natur. Gänse, Enten und ein paar Möwen entspannen auf den Sandbänken. Am Ufer kann man mit etwas Glück sogar Rehe sehen.
Die hohe Naturbelassenheit im Flussverlauf bringt kleine Herausforderungen für Packrafter. Es gibt einige sehr flache Abschnitte, wo man die richtige Fahrrinne suchen muss. Bei unserer Bootstour hatten wir 217 cm bei Zeitz und 67 cm bei Kleindalzig. Viel flacher sollte es an einigen Stellen nicht sein. Die Abschnitte mit flachem Wasser sind aber recht kurz und könnten dann ggf. umtragen werden. Drei oder vier Bäume liegen auch über den Fluss. Die meisten so, dass entspannt ein bis zwei Bootsbreiten Platz ist, um sich mit dem Packraft hindurchzuschlängeln.
Es folgt das letzte Stück Richtung Schützenwehr. Auf der rechten Seite beginnt die Wehrkante, sichtbar durch Metall-Spundwände. Davor muss rechts ausgesetzt werden. Eine direkte Aussetzstelle gibt es hier nicht, es muss die flachste Stelle der Böschung gesucht werden. Es ist recht schlammig und nicht optimal zum Aussteigen. Zu zweit ging es ganz gut – allein braucht man auf jeden Fall etwas Geschick. Unsere Empfehlung ist, nicht direkt nach dem Schützenwehr wieder einzusetzen. Es folgt direkt das “gefährliche Wehr” Profen. Es gibt eine starke Sogwirkung, die vor allem für Packrafts und Leichtboote problematisch sein kann. Auch gibt es keine einfache, eindeutige Ausstiegsstelle. Auf der rechten Seite sollte daher etwa 500 m umtragen werden. Es ist ein offizieller Spazierweg – mit dem leichten Packraft also kein Problem. Das direkte Einsetzen hinter dem Wehr Profen ist möglich, jedoch lag bei unsrer Tour direkt danach ein Baum quer im Fluss, der nicht umfahrbar war. Wir setzten daher direkt nach dem Baum wieder ein – allerdings war diese Einsetzstelle deutlich steiler und schlammig.
Natürlicher, schmaler Flussverlauf mit engen Kurven – perfekt fürs Wasserwandern
Blick auf das Schützenwehr – es folgt direkt das Wehr Profen und beides sollte zusammen umtragen werden.
Vom Wehr Profen nach Pegau
Die weiße Elster ist jetzt leicht kanalisiert und ohne größerer Kurven aber dennoch mit flotter Strömung. Daher ist das paddeln hier sehr angenehm. Kurz vor Pegau geht es nochmal durch ein kleines Waldstück und durch eine hübsche Brücke hindurch bevor man, gut beschildert die wiederum sehr komfortable Ausstiegsstelle am Schützenplatz in Pegau erreicht.